Urlaub im Latium

Urlaub, die schönsten Tage des Jahres heißt es so schön und wo sollte es wieder hingehen, na klar Bella Italia. Nur wohin, Kalabrien, Sizilien, Sardinien alles schon kurfristig ausgebucht in dem Zeitraum kaum ein Flieger aus dem Norden zu bekommen. Also mal was ganz Neues auf ins Latium, die Region südlich von Rom bis knapp vor Neapel. Gesagt getan Schnäppchen gemacht und ab geht der Flieger von Hamburg nach Rom ab 6:30 Uhr, somit war wecken um 3 Uhr. 2 Stunden Flug über den Wolken, oder besser von 11 Grad im Morgengrauen, in 25 Grad zum Frühstück, landen wir bei leichten Wolken und Sonne in Rom. Die Landung war etwas ruppig, was nicht an der Pilotin lag, sondern am starken Nordwind. Nach einer scheinbar unendlichen Rollzeit der Maschine bekommen wir endlich unseren Standplatz auf dem Flughafen Leonardo da Vinci. Jetzt hieß es auf die Koffer warten und den Mietwagen holen / finden auf diesem riesigen Flughafen. Wieder erwartend ging alles recht fix. Ruckzug fand ich mich im italienischen Straßenverkehr wieder. Stoppschilder und Vorfahrtszeichen sind reine Zierde, entweder man fährt mit oder kommt nie weg. Über den Ring von Rom geht es rüber auf die SS148 gen Süden Richtung Neapel, genauer nach Sperlonga ca. 140 km südlich von Rom. Auf der maroden Schnellstraße, Loch an Loch, wie bei uns nach dem letzten Winter, bekam ich den ersten Eindruck vom Latium. Bauruinen, Gewerbegebiete, Wohnsilos reihen sich hier wie eine Perlenschnur auf ca. 80 km. Vieles sah schon sehr verkommen aus, dann wieder ein riesiger Glaspalast dazwischen, zwischendurch am Straßenrand Straßenprostitution. Wir waren schon in vielen italienischen Bundesländern, aber solch einen ersten Eindruck haben wir noch nie gehabt. Nach ca. 90 Km wurde es etwas grüner und ländlicher, wenn man es so sagen will. Meine Erwartung war nach einigen Berichten, die ich gelesen hatte, schon ein andere gewesen.  In Sizilien hatte man uns erzählt, hier kann kaum ein Großprojekt wie Brücken, Autobahn rund um Sizilien, können nie zu Ende gebaut werden, weil das Geld, was von Rom kommt, unterwegs verloren geht. Rom musste einen Autobahnabschnitt zwischen Messina und Gela, viermal bezahlen, bis wenigstens dieser Teil fertiggestellt werden konnte, mit einer Bauzeit von fast 10 Jahren. Jetzt bekomme ich den Eindruck das Geld reicht noch nicht mal über den verstopften Ring von Rom hinaus aus. Dies war auch gerade in Venedig bei den Filmfestspielen ein Thema. Zum ersten Mal bekam ein italienischer Dokumentarfilm gerade über das Leben rund um diesen Ring einen Preis. Vorbei an Terracina erreichen wir nach etwas mehr als 2 Stunden Sperlonga und unsere Bungalowanlage etwas außerhalb am Berg gelegen. Nach einem freundlichem Empfang bekamen wir unseren Schlüssel, ein Wäschepaket (Bettwäsche und Handtücher in Folie verpackt) und bezogen unseren geräumigen Bungalow mit Meerblick. Koffer abgestellt und zur ersten Inspektion unserer Residenz aufgebrochen. Die schöne Poolanlage,  das sonnige Wetter,  verleiten uns zu einem ersten Espresso auf der Restaurantterrasse zu geniessen.  Jetzt heißt es einkaufen in Sperlonga, schließlich haben wir hier nur Frühstück inclusive. Doch davon morgen mehr.

 

 

 

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