Mini Italia

Ab heute möchte ich den Leser ein wenig Mini Italia in einer kleinen Serie näher bringen. Ich möchte hier von einigen Reisen berichten, zu den Orten die hier im Modell dargestellt werden. Hier kann ich meine fotografische Entwicklung sehen, denn manche Aufnahmen sind schon ein paar Tage älter. Aber mehr dazu, wenn es soweit ist. Als wir letztes Jahr in der Nähe von Rimini waren haben wir  dies Mini Italien besucht. Ganz Italien in Miniatur als Freizeitpark, also ein Modellpark mit ca. 270 Miniaturen im Maßstab 1:25 und 1:50 werden hier dargestellt. Mit einer Art Schwebebahn kann man den ganzen Park aus angenehmer Höhe in seiner ganzen Pracht umfahren. So manches Modell haben wir auch schon in „Echt“ gesehen und davon werde ich hier in ein paar Folgen berichten. Doch heute zum Einstieg mal ein paar Impressionen aus dem Freizeitpark.

Auf einer Fläche von ca. 12000m² befindet sich eine Nachbildung des Canale Grande von Venedig, auf der man ganz gemütlich in einem kleinen Boot durch den Canale fährt. Die Reproduktion von 119 Gebäuden im Maßstab von 1:5. Der Glockenturm auf dem Markusplatz hat eine Höhe von 20 Metern.

 

Ravennas Altstadt

Beim bummeln durch Ravennas Altstadt gibt es neben der vielen alten schönen Kirchen und ihren Mosaiken auch herrliche Plätze. Auf der Piazza del Popolo hat der kurze venezianische Einfluss seine Spuren hinterlassen. Nicht unweit von der Piazza befindet sich die Grabstätte von Dante. Aber davon habe ich bereits schon berichtet.

Wie wir feststellen mussten, gehen auch in Ravennas Altstadt die Uhren unterschiedlich.  Aber auch dort sieht man so manche Nostalgie. In der Fußgängerzone sind keine typischen Roller unterwegs, dafür wird man wie Slalomstangen von Radfahren umfahren. Hinter jeder Ecke eine neue Überraschung  auch für die kleinen, ein altes Kinderkarussell. Der Mercato von Ravenna wird derzeit renoviert und somit sind keine Stände zu besichtigen.  Weil jetzt der Magen knurrte, kehrten wir in das Café Corte Cavour ein. Im Hinterhof war eine herrliche Ruhe wo wir unsere Tagliatelle mit Steinpilzen sowie Carpaccio mit Rucola, Parmesan, frisch gehobelt und leckerem Olivenöl genossen haben. War absolut lecker. 🙂

Basilika di Sant Apollinare

Ravenna ist bekannt für all die schönen Mosaike. Sie sind weltweit bekannt. Am meisten haben mich aber die Mosaike in der Basilika di Sant Apollinare beeindruckt. Die Basilika liegt vor den Toren der Stadt in Classe. Beeindruckend finde ich das Mosaik über dem Altar der Basilika die grüne Schafswiese. Dort steht Sant Apollinare inmitten von Schafen auf einer frischen grünen Wiese. Der „Hausherr“ erhebt die Hände zum goldenen Firmament, das seinerseits von einem Kreuz mit dem Antlitz Jesu überstrahlt wird. Dieses Mosaik stimmt mich heiter und da fällt mir der Konfirmationsunterricht wieder ein. Der Psalm 23 „ Der Herr ist mein Hirte, mir wird’s an nichts mangeln. Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern, er erquickt meine Seele….“So muss es einst den Menschen auch gegangen seien, als sie dieses Mosaik erstellten. 549 wurde die Basilika dem gleichnamigen Bischof geweiht und im 10. Jh. um einen Campanile ergänzt. An den Seitenschiffen sind Bildnisse von den Bischöfen.

Dantes Inferno

Dantes Leben begann zwar in Florenz, endete aber in Ravenna, wo er am 14.09 1321 seine letzte Ruhe fand. Er war ein großer Dichter und Philosoph der italienischen Sprache. Sein bekanntestes Werk war die Göttliche Komödie (Dantes Inferno), welche die Reise durch die Hölle schildert. Dantes Wirken und politische Arbeit spielte sich lange in Florenz ab, bis er zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Da er diese nicht bezahlen wollte, wurde er in Abwesenheit zum Tode durch Verbrennung verurteilt. Obwohl im oft angeboten wurde bei Bezahlung seiner Schuld und einer öffentlichen Abbitte zurück kehren zu dürfen, lehnte Dante ab. Er erkrankte später in Venedig und verstarb im September 1321 in Ravenna. Die Stadt Florenz versuchte im Laufe der Jahrhunderte mehrmals, Dante in der Stadt beizusetzen, was oft zu heftigem Streit zwischen Ravenna und Florenz führte. Florenz errichtete in der Basilika Santa Croce ein monumentales Scheingrab, das aber nach wie vor leer ist. Genau diese Reise durch die Göttliche Hölle wurde zu einem Teil von Dan Browns Inferno, in welchem sein Romanheld Robert Langdon den Spuren von Dantes Werken folgen soll. Das Werk spielt zwar in vielen europäischen Städten, hat aber ebenfalls in Florenz seinen Anfang.

 

Legendäre Reisen in Italien

Das ich gerne nach Italien reise sollte mittlerweile bekannt sein und so kam es das mir kürzlich ein Geschenk gemacht wurde. Der Bildband „Legendäre Reisen in Italien“ Verlag GEOSAISON Frederking & Thaler.

Es ist ein sehr aufwendig hergestellter Bildband in hochwertiger Verarbeitung. Die kurzen geschichtlichen Einleitungen eines jeden Kapitels legen das Hauptaugenmerk auf berühmte Reisende und deren Reisen nach und innerhalb Italiens im 18., 19. und frühen 20. Jahrhundert. Die Texte sind unterhaltsam geschrieben und vermitteln ein Eindrückliches und Lebendiges. Die vielen Bilder und Zitate laden zum Schmökern ein und nehmen die Leser mit in die Zeit der großen Italienreisen. So lassen sich Aussprüche und Beschreibungen von Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine, Stefan Zweig, Hermann Hesse, Charles Dickens, Simone de Beauvoir, Mark Twain oder Virginia Woolf finden. Es sind herrliche Fotos aus jener Zeit dort zu finden, Zeitzeugen jener Tage und der Geschichte. Für Italienliebhaber wie mich ein richtig schöner Bildband. Die ganze Aufmachung von dem Buch, das Format, Papier, die Fotos, Satz und Grafik einfach alles zusammen mit den Geschichten aus jener Zeit. Gerade richtig, um unseren grauen Tagen ein wenig zu entfliehen, um ein bisschen „Kopfkino“ zu haben.

Grabmale in Italien

Im katholischen Italien sind Friedhöfe immer einen Besuch wert. Was in unserem Norden die Erdbestattungen ist, sind dort Grabmale in Italien ein Status. Dort gehört das Sterben zum Leben, somit wird auch auf den Friedhöfen diskutiert und selbst das Telefonino bleibt nicht ruhig. Das haben wir schon auf vielen Friedhöfen in Italien erlebt. Da ist es egal ob es auf der Beerdigungsinsel in Venedig oder aber auch in einem kleinen Dorf mitten in Sizilien. Hier jetzt mal der Friedhof von Rimini, auf dem auch der Regisseur Federico Fellini mit seiner Familie beigesetzt ist. Gleich eines modernen Kunstwerkes erscheint hinter dem Eingang die Grabstätte des Regisseur. Entlang der Straße bis zur Gedenkstätte sieht man rechts und links die Grabmale mit Kreuzen und Engeln. Doch von den Seitengassen kommt man an die monumentalen Grabdenkmäler der jeweiligen Familien. Das eine schlicht, ein anderes ein wahres Kunstwerk und andere in einem modernen Stil. Auch findet man in einer Ecke den Friedhof der Neugeborenen und Kleinkindern, auch jene, die nur einen Tag gelebt haben. Geschmückt mit Bildern der Kinder und Spielzeug. Selbst ein Tannenbaum ist dort aufgestellt.

Wir Christen glauben an die Auferweckung der Toten am “Jüngsten Tag”. Das katholische Ritual setzt vor dem Ableben mit der Krankensalbung (Sakrament) ein. Dazu wird das Zimmer mit einem Tisch mit Kreuz, Kerzen und Weihwasser vorbereitet. Nach der Begrüßung durch den Priester nimmt dieser vom Kranken das allgemeine Schuldbekenntnis oder die Beichte ab und es kann dem Kranken der vollkommene Ablass gewährt werden. Danach können der Kranke und die Anwesenden, wenn sie es wünschen, die heilige Kommunion empfangen. Die Krankensalbung schließt mit dem Segen des Priesters. Unmittelbar vor und nach dem Eintritt des Todes werden von den Anwesenden Sterbegebete gesprochen. Der Leichnam wird oft zu Hause, im Spital oder auch auf dem Friedhof (in einer speziellen Aufbahrungshalle) aufgebahrt, damit die Hinterbliebenen vom Toten persönlich Abschied nehmen können. Vor der Beerdigung kann beim Toten eine Totenwache gehalten werden. Dabei sind die Hinterbliebenen am Bibeltexte lesen und beten.

Das Begräbnisritual wird auf lokal unterschiedliche Arten durchgeführt, beinhaltet aber immer folgende Komponenten: Eröffnung, Wortgottesdienst oder Eucharistiefeier und Beisetzung bzw. Verabschiedung. Die Urne oder der Sarg wird üblicherweise am Grab mit Weihwasser bespritzt und die Trauergemeinde wirft etwas Erde ins Grab. Im Anschluss an die Beerdigungsfeier wird vor allem in ländlichen Gegenden von den Hinterbliebenen für die Trauergemeinde ein Leichenmahl offeriert.

Am 2. November, dem Tag „Allerseelen“, beten die Gläubigen auf besonderer Weise um das Heil ihrer Verstorbenen. Die Gläubigen zeigen in der Eucharistiefeier und im gläubigen Empfang der Sakramente ihre Verbundenheit mit den Toten. Beim Besuch auf dem Friedhof wird als Symbol eine Kerze angezündet.

Cesenatico Hafen

Da wegen eines weiteren Regentages weitere Ausflüge wahrlich ins Wasser gefallen sind, habe ich noch ein paar Bilder von Cesenatico Hafen bearbeitet. Von dem von Leonardo da Vinci entworfenem Hafen wurde mittlerweile ein Teil Museumshafen. Ein kleinerer Teil dient noch den Fischern und ein weiterer ist jetzt eine Marina geworden.

 

Commissario Montalbano und die alte Fabrik Teil 8

Im nun letzten Teil 8 fahren wir zu Commissario Montalbano und die alte Fabrik und Mànnara. Schon von weiten ist die Ziegelei Penna von der Küstenstraße aus, die von Sampieri nach Marina di Modica führt, zu sehen. Die Fernsehproduktion hat dort die Szenen an der Mànnara und der alten Fabrik gedreht. Der Ort spielte den Hintergrund für „Die Form des Wassers“ und in der Folge „Der Kavalier der späten Stunde“. Die leeren Bögen und der Überrest des Schornsteins tragen zur düsteren und geheimnisumwitterten Faszination des Ortes bei. Ich erreichte den Ort und war beeindruckt von dem Blick über die Küste und dann von den Ruinen der ehemaligen Ziegelfabrik. Es war eine blühende Industrie, in der Ziegel hergestellt wurden, um dann im gesamten Mittelmeerraum exportiert zu werden. Das Werk blieb eine Ruine nach einer Brandstiftung im Jahr 1924. Sie wurde nie wieder aufgebaut. Heute ist sie in die Natur eingebunden und mittlerweile ein Zielpunkt von Fotografen auf den Spuren von Commissario Montalbano. Gerade als einige Besucher und ich dort rumstöberten, traf eine Truppe dort ein die jene Kulisse für sich alleine haben wollten, um dort mit ihren Models Kalenderaufnahmen zu machen.  Nach einigen Diskussionen mit einem etwas impulsiven Fotografen haben wir unsere Aufnahmen in Ruhe zu Ende machen können, bevor die Crew anfing, dort Absperrungen und Sichtschutz aufzubauen. Nun ja ein begehrter Ort halt. Damit endet meine Reise zu den Drehorten der Serie um Commissario Montalbano.

 

Commissario Montalbano Drehorte Teil 7

Nie hätte ich gedacht, soviel wohlgemeinte Ratschläge oder auch Zustimmung zu meiner kleinen Serie um Commissario Montalbanos Drehorte zu bekommen. Gewachsen war die Idee schon zu Hause, meine Recherche war nicht so gut, wie ich gedacht hatte, aber ich habe die für mich wichtigen Orte gefunden. Auch hatte ich vor Ort oft nicht die Zeit, die ich gerne gehabt hätte, aber vielleicht werde ich dies ja nochmal aufnehmen.  Sizilien ist Italien und doch nicht Italien, man spricht italienisch aber Sizilien ist eine eigene kleine Welt. Das merkt man schon beim Anflug, egal ob es Palermo oder Catania ist. Der beeindruckende Blick auf den Ätna mit seinen oft Wolkenumhangenden Gipfel bekommt man einen kleinen Eindruck, was für eine Kraft in ihm steckt.  Wenn der kleine Airbus aus Hamburg auf der kurzen Landebahn von Catania dann ausrollt und man aus der Maschine aussteigt, habe ich oft das Gefühl alles hinter mir gelassen zu haben. Das ist nicht nur das Urlaubsgefühl, was man bekommt, sondern auch der einzigartige Duft von dieser Insel. Ich kann sehr gut verstehen, dass es den Commissario nie woanders hinzieht als auf seine Insel. Gut ab und zu muss er notgedrungener Weise den Flug nach Genua antreten, um Livia zu besuchen, aber viel schöner ist es, wenn sie zu ihm kommt.  Mein vorletzter Ausflug bringt mich über Siccli, dem Ort, wo das Kommissariat von Vigata im Film ist nach Tyndari. Scicli, mit dem Navi zu erkunden ist grausam. Man wird durch enge Gassen und Einbahnstraßen geführt, bis ich endlich die Piazza erreiche. Hier in der Fußgängerzone ist das Kommissariat von Vigata, jedenfalls von außen. Denn in den Räumen befindet sich das örtliche Rathaus von Siccli und kein Autoverkehr stört hier in der Fußgängerzone. Jetzt ist mir auch klar, warum immer ein Parkplatz vor dem Haus frei ist, wenn der Commissario oder ein anderer der Station kommt. Hier in dem Gebäude werden im ersten Stock auch die Aufnahmen von der Questura Montelusa gedreht. Da rückt der Bürgermeister mal ein paar Stunden beiseite und kann zu schauen, wie der Commissario wieder mal niedergemacht wird.

Doch bildet der Wallfahrtsort der schwarzen Madonna von Tyndaris den Hintergrund für die Schlusssequenz des Romans „Das Spiel des Patriarchen“ und der gleichnamigen Fernsehsendung. Immerhin so 280 Km und knapp dreieinhalb Stunden von Siccli entfernt. Im letzten Teil geht es dann um die Mànnara und der alten Fabrik.

 

Commissario Montalbano und Montelusa Teil 3

Montelusa oder Agrigent, wie es richtig heißt. Das heutige Agrigent, welches auf einem zum Meer abfallenden Hügel gebaut ist, erstrahlt heute nur durch seine Betonhochhäuser aus den Siebzigerjahren. Die ursprüngliche Gründung der Stadt Akragas geht auf das Jahr 580 vor Chr. zurück.

Sie war eine griechische Kolonie in Sizilien. Von hier oben erstreckt sich das Tal der Tempel, welche schon allein die Reise hierher wert sind. Doch finden sie in den Romanen von Camilleri kaum Beachtung. Außer das der Commissario Montalbano, das eine oder andere Mal in die Quästura zum Rapport muss. Von den Büchern fällt mir gerade mal „Der Dieb der süßen Dinge“ ein, wo ein Teil der Handlung im Ortsteil Rabàtu spielt, dem arabischen Teil von Agrigent. Wir genossen jedoch den Blick von hier oben über das Tal der Tempel bis nach Vigata (Porto Empedocle). Im nächsten Teil wenden wir uns dann den Filmorten der Serie zu.